Frühlingserwachen

Während die Corona Krise die ganze Welt lahm legt, wird es von Tag zu Tag heller und auch wärmer. Die Karpfen haben mit der stetig steigenden Wassertemperatur mehr Nahrungsbedarf, um sich für die Laichzeit in einigen Wochen vorzubereiten. Zeit, um ein paar Schuppenträger auf die Matte zu legen und die Frühlingssonne zu genießen, den die stärkt bekanntlich unser Immunsystem besser als jedes Medikament.

Anfang April sah ich das erste längere Wetterhoch im Wetterbericht auf uns zu kommen und so startete ich meine Vorbereitung auf den ersten Ansitz. Nach dem sorgsamen neuen Bespulen der Rollen und dem Rig’s bauen konnte es los gehen. Geplant waren gleich zwei Nächte, obwohl die vorherrschenden Bedingungen Vollmond und recht starken Ostwind präsentierten, nachweislich nicht die besten Fangaussichten. Ich wollte einfach nur raus in die Natur. Die ersten Stunden war es ruhig, als es dunkel wurde holte ich meine Unterwasserkamera ein und machte die Ruten unverändert scharf für die Nacht. Anschließend war ich sehr neugierig auf die Aufnahmen der Waterwolf Kamera. Zu meinem Enttäuschen musste ich feststellen, dass sich vier Stunden lang kein Fisch vor der Kamera blicken ließ. Mit dem Gedanken „Schlechte Bedingungen und falscher Platz – das wird eine ruhige Nacht“ legte ich mit auf meine Liege. Als aber gegen 22 Uhr der Bissanzeiger kreischte, staunte ich nicht schlecht.

Ein Fisch mit etwa 6 kg war nur der Start. Kurz drauf lief dieselbe Rute nochmal ab. Diesmal konnte ein alter Bekannter dem Schneemann nicht widerstehen. Mit 12,6 kg steht er derzeit endlich gut im Futter. So zufrieden ich auch mit den beiden Fischen war, hatte ich mit meiner Zeltheizung ein Problem. Was ich auch probierte, sie funktionierte einfach nicht. Somit war es bei leichten Minusgraden eiskalt im Zelt, ich musste am Morgen feststellen, dass eine Wasserlacke im Cradle gefroren war. Ohne Heizung war mir klar, dass ich keine zweite Nacht bleiben konnte. So machte ich am Morgen nochmal die Ruten neu und wurde prompt mit einen großartigen kampfstarken Schuppi mit 10 kg belohnt. Ich packte am frühen Nachmittag zusammen und beschloss am nächsten Tag noch einmal für ein paar Stunden anzugreifen. Entschädigt wurde ich gegen 13 Uhr mit einem großartigen Spiegler von 15,2 kg. Bei Vollmond und Ostwind Fische über 10 kg fangen zu können war ein mehr als gelungener Saisonstart.

Nachdem ich einige Dienstschichten zu absolvieren hatte, musste ich eine kurze Angelpause einlegen und startete alsbald erneut durch. Dieses Mal setzte ich aber meinen Plan in die Tat um und fischte zwei Tage durch. Die Nächte waren auch ohne Heizung warm genug, die deutlich besseren äußerlichen Verhältnissen konnten genutzt werden. Nach ein paar Stunden am Wasser, hatte ich schon drei Fische auf der Habenseite. Besonders erfreut war ich über einen sehr kampfstarken makellosen Schuppenkarpfen von 14,7 kg. In der Nacht sowie den Vormittag über blieb es ruhig, somit beschloss ich mit einer Rute einen neuen Spot zu befischen. Dieser Wechsel zahlte sich aus. Mit der einen Rute holte ich mir zwei Fische vom ursprünglichen Spot und mit der anderen Rute konnte ich in der Nacht vier Fische fangen. Einen Lederkarpfen mit 7 kg, sowie zwei Schuppi mit 9 kg und einen mit knapp über 10kg.

Schuppenkarpfen von 14,7 kg

Mit diesem Auftakt muss ich an meinem Vereinsgewässer mehr als zufrieden sein, denn 10 kg+ Fische stehen nicht immer an der Tagesordnung. Ich konnte davon fünf Fische in vier Tagen fangen. Sorgsame Planung und Vorbereitung sowie richtig eingesetztes hochwertiges Futter bringen mich an den Fisch. Ich hoffe das Angeljahr geht so weiter, aber viel wichtiger ist, dass wir alle gesund bleiben und lernen mit Corona in Alltag umzugehen.

Petri Heil
Stefan Secka

10 kg

10,1 kg

12,6 kg